Foto: Jürgen Voss, Hannover

Preisträger BDA Preis Niedersachsen 2012

Wohnanlage Neue Burg

Wolfsburg

Foto: Jürgen Voss, Hannover

Wohnanlage Neue Burg

Wolfsburg
Projekt
Wohnanlage Neue Burg / Rückbau, Umbau und Modernisierung
Architekt
KSP Jürgen Engel Architekten, Braunschweig
Bauherr
Neuland Wohnungsgesellschaft mbH Wolfsburg

Der Wolfsburger Stadtteil Detmerode ist ein typisches Beispiel für die großen Stadterweiterungsprojekte der 1960er Jahre. Als Demonstrativbauvorhaben des Bundes unter der Leitung von Paul Baumgarten geplant litt die Siedlung zuletzt unter einem hohen Leerstand und einem hohen Anteil sozial schwacher Bewohner. Ziel der Neugestaltung war es, die positiven Standortfaktoren wie die Lage am Wald zu stärken.
Die Siedlung erhielt eine neue Maßstäblichkeit durch den Rückbau auf vier Vollgeschosse – erweitert durch ein Pent hausgeschoss mit Dachterrasse – sowie durch die Neugestaltung der Außenanlagen. Mit dem Rückbau reduziert sich die Anzahl der Wohnungen um insgesamt ca. 60% von 534 auf 332 Wohneinheiten. Durch den neuen Wohnungsmix ergibt sich ein größeres Spektrum an Wohnungsgrößen. Terrassen, Loggien und Balkone sowie die Neugestaltung der Freiräume werten die Siedlung auf.
Das neue Farbkonzept sorgt für eine Gliederung der langen Gebäudeabschnitte. Zeitgemäße, barrierearme Wohngrundrisse verbessern die Wohnqualität und führten zu einer höheren Akzeptanz der Siedlung und Stabilisierung der Sozialstruktur. Die
Kosten für Rückbau und Ergänzung liegen deutlich unter den Kosten für einen Neubau vergleichbaren Standards. Das Konzept sieht eine stufenweise Umsetzung in mehreren Bauabschnitten vor.

Foto: Jürgen Voss, Hannover
Foto: Jürgen Voss, Hannover
Foto: Jürgen Voss, Hannover
Foto: Jürgen Voss, Hannover

Preisträger

BDA Preis Niedersachsen 2012

In vielen Städten wurden in den sechziger Jahre neue Großsiedlungen wie diese im Wolfsburger Stadtteil Detmerode geplant; man hoffte damals auf die Lösung der Wohnungsbaufrage. Heute tragen die Kommunen schwer an diesem Erbe, manche erwägen den Abriss der Wohnhochhäuser, um der architektonischen und sozialen Verwahrlosung entgegenzuwirken. Das Beispiel Neue Burg zeigt vorbildhaft, dass ein wohlgestalteter Rück- und Umbau nicht nur wesentlich preisgünstiger sein kann als ein Komplettabriss, sondern auch die vielen Vorteile einer grünen, verdichteten Wohnlage zu reaktivieren vermag. Durch eine neue Vielfalt an Bau- und Wohnformen gewinnt das Viertel seine verlorene Attraktivität zurück.