Foto: Jörg Hempel, Aachen

Preisträger BDA Hamburg Architektur Preis 2012

Erweiterungsbau Gorch-Fock-Grundschule Blankenese

Hamburg

Foto: Jörg Hempel, Aachen

Erweiterungsbau Gorch-Fock-Grundschule Blankenese

Hamburg
Projekt
Erweiterungsbau Gorch-Fock-Grundschule Blankenese
Architekt
BRT Architekten LLP, Kai Richter
Bauherr
Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Hamburg

Der Entwurf entsteht aus der Verschmelzung von zwei parallelen Initiativen:

  • Ergänzungs- beziehungsweise Neubaumaßnahmen der Behörde für Schule und Berufsbildung zum Bau einer Pausenhalle und acht Klassenräumen als Ersatz für die bestehenden Pavillons;
  • Reaktivierung der vorhandenen Sportplatzflächen.

Die Planung bündelt beide mit Hilfe eines städtebaulichen Konzeptes, das im Prinzip schon in den originären Erweiterungskonzepten des 81-jährigen Bestandsgebäudes und seinem Zusammenspiel mit hochwertigen Landschaftsräumen und -elementen aufzufinden ist. Sie sahen vor, zukünftige ‚Erweiterungen’ in südlicher Verlängerung und mit Verbindung zu zentralen Treppenbauwerken umzusetzen.

Durch Umwidmung eines Teils des befestigten Pausenhofes in eine Pausenhalle, die südlich an das zentrale Treppenhaus des Altbaus anschließt, wurde diese Idee sinngemäß umgesetzt. In einem zweiten Erweiterungsring werden die Gebäudebereiche der acht Klassenräume in Form einer Sportplatzbebauung, quasi wie eine Tribüne in und über den heute geschosshohen ‚Wall’ integriert. Der alte Schulbau erhält ein neues Gegenüber fast identischer Grundrissausdehnung – ein wenig luftiger und spielerischer gestaltet als der heute ortsprägende Backsteinbau und Zeuge seiner Zeit – aber durchaus in der Lage, einen spannungsreichen räumlichen Übergang zum höheren Sportplatzniveau zu schaffen und dafür Sorge zu tragen, dass der großzügige Sport- und Spielbereich durch räumliche Einbindung zum gleichwertigen Mitspieler des Schulalltags und Schulensembles werden kann.

Die Pausenhalle hat somit nicht nur in Bezug zum bestehenden Gebäude eine optimal zentrale Lage, sie ist die neue bauliche Mitte und zukünftiges Herz der Gorch-Fock-Schule. Sie ist Verbindungselement von alten und neuen Schulbausteinen, ohne die Dominanz und Würde des alten Gebäudes dabei in Frage zu stellen.

Foto: Jörg Hempel, Aachen
Foto: Jörg Hempel, Aachen
Foto: Jörg Hempel, Aachen
Foto: Jörg Hempel, Aachen
Foto: Jörg Hempel, Aachen
Foto: Jörg Hempel, Aachen

Preisträger

BDA Hamburg Architektur Preis 2012

Die Gorch-Fock-Schule kann mit ihrem Erweiterungsbau im wahrsten Sinne des Wortes als Verkörperung einer positiven Entwicklung der Pädagogik und ihrer räumlichen Entsprechung stehen. An das Bestandsgebäude von 1929 wurde axial in Verbindung zum zentralen Treppenhaus die neue Kubatur „angedockt“. Der architektonisch hochwertige, streng symmetrische Altbau ließ vielfältig nutzbare Freiräume für die SchülerInnen vermissen. Die Intervention der Architekten folgt Vorstellungen zeitgemäßer Unterrichtsräume: Die Schule ist nicht mehr strenge Erziehungsstätte, sondern ein Ort, an dem, auch durch entsprechendes räumliches Angebot, selbstständiges Denken und Handeln gefördert werden soll. Die räumliche Umsetzung dieser pädagogischen Haltung zeigt sich in der Konzeption und inneren Strukturierung des Neubaus. Es werden großzügige, halb öffentliche Bereiche, die zu Aktivität und Kommunikation anregen, sowie lichtdurchflutete Klassenzimmer mit direkter Anbindung an den Freiluft-Pausenbereich geschaffen. Der Entwurf ermöglicht durch Aufständerung vielfältige räumliche Sequenzen und Blickbeziehungen im Innenwie im Außenbereich und bietet offene, jedoch gleichzeitig geschützte kommunikative Zonen. Der Erweiterungsbau der Gorch-Fock- Schule gibt Anlass zur Hoffnung, dass der Weiterentwicklung des Schulbaus in Deutschland noch kein abruptes Ende durch ökonomische Zwänge gesetzt ist und dem Konzept „Der Raum als dritter Pädagoge“ noch viele derart qualitativ hochwertige Umsetzungen folgen.