Foto: Ondřej H.

Nominierung BDA-Architekturpreis Nike 2010

Ehemalige Bundesschule des ADGB, Bernau

Bernau

Foto: Ondřej H.
Projekt
Ehemalige Bundesschule des ADGB, Bernau
Architekt
Brenne Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Bauherr
Handwerkskammer Berlin

Ehemalige Bundesschule des ADGB, Bernau

Das Gebäude der ehemaligen ADGB-Bundesschule in Bernau bei Berlin hat einen neuen Nutzer. Am 24. Oktober 2001 erhielt die Handwerkskammer Berlin den Schlüssel für das Baudenkmal aus Bauhaus-Zeiten. Die Handwerkskammer will das Ensemble in den Originalzustand zurück versetzen und darin ein Internat für Auszubildende in Handwerksberufen betreiben. Die Umbauarbeiten sollen bereits im November 2001 beginnen und insgesamt 10,5 Millionen Mark kosten. Die Liegenschaft wurde der Kammer in Erbbaurecht übertragen.
Damit hat der seit drei Jahren andauernde Leerstand des überregional bedeutenden Baudenkmals ein Ende. Es besteht sogar die Perspektive, es auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes zu bringen – so zitiert zumindest die „Berliner Zeitung“ den Brandenburger Landeskonservator Detlef Karg.

Die ADGB-Bundesschule war 1928 bis 1930 durch den Architekten und Bauhaus-Direktor Hannes Meyer in Zusammenarbeit mit Hans Wittwer errichtet worden. 1933 übernahm die SS das Gelände, ab 1947 nutzte es die DDR-Gewerkschaft FDGB. In den fünfziger Jahren wurden weit reichende Veränderungen der Baustruktur vorgenommen; später entstanden unmittelbar angrenzend etliche Plattenbauten. Nach der Wende wurde das Ensemble bis 1998 teilweise von der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung genutzt; die Baulichkeiten wurden kaum verändert. Lediglich ein kleiner Pavillon wurde von einem rührigen Verein „baudenkmal bundesschule bernau e.V.“ demonstrativ in den Ursprungsszustand versetzt.
Jetzt soll alles anders werden: Unter der Leitung des Berliner Architekten Winfried Brenne, der jahrzehntelange Erfahrung mit der denkmalgerechten Wiederherstellung von Bauten der klassischen Moderne besitzt, wird behutsam wieder der Originalzustand hergestellt. Ein- und Umbauten aus DDR-Zeiten werden verschwinden. Wesentliche Elemente des Meyerschen Schulbaus wie der lange Glasgang, die Struktur der Internatsblöcke für Gruppen von zehn Studierenden in drei Geschossen oder der Seminartrakt mit Bibliothek und Turnhalle sollen vollständig wiederhergestellt werden. Fenster und Gänge erhalten ihre feinen Stahlprofile zurück. Der nun in Angriff genommene 1. Bauabschnitt soll im Dezember 2003 abgeschlossen sein.

Foto: Ondřej H.
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Nominierung

BDA-Architekturpreis Nike 2010