Nominierung BDA-Architekturpreis Nike 2010
Preisträger HANNES-MEYER-PREIS 2009

Denkmalgerechter Umbau der Domänenscheunen des Evangelischen Zentrums Kloster Drübeck

Drübeck

Denkmalgerechter Umbau der Domänenscheunen des Evangelischen Zentrums Kloster Drübeck

Drübeck
Projekt
Denkmalgerechter Umbau der Domänenscheunen des Evangelischen Zentrums Kloster Drübeck
Architekt
Steinblock Architekten
Bauherr
Ev. Kirche Mitteldeutschland

Drübeck ist ein malerischer Ort im nördlichen Harzvorland. Von den nahen Berghängen aus betrachtet bietet Drübeck unverändert ein zeitlos-harmonisches Bild: hingestreckte Dachlandschaft, zwischen Baumwipfeln aufragende Kirchtürme, Ziegeldächer in ruhiger Ordnung. Der Ort ‘Kloster Drübeck‘ geht auf die Klosteranlage mit Stiftungsdatum im Jahr 960 zurück. Erhalten ist die hochromanische Klosterkirche St. Vitus aus dem frühen 11. Jh. und Wohn- und Wirtschaftsgebäude aus dem 18. Jahrhundert. Die Klosterkirche wie auch die jüngst denkmalgerecht hergerichteten Klostergärten sind Anziehungspunkt für Tagestouristen (Strasse der Romanik / Gartenträume), der Ort bewahrt seine Eigenart unter den Aspekten Naturbezug, ländliche Idylle und Kulturgeschichte der Romanik und des Klosters. Seit 1996 wird Kloster Drübeck als Einrichtung der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen als Seminar- und Bildungszentrum geführt. Im Denkmalbereich der Klosteranlage Drübeck wurden im Ergebnis eines Architekten- wettbewerbs historische Stall- und Scheunengebäude zu Seminarräumen, Gästezimmern und einem Festsaal ausgebaut. Architektonische Absicht war es, die Gebäude in ihrer äußeren Gestalt, aber auch in ihrer inneren Ordnung authentisch zu erhalten. Neue Bauteile sollen sich selbstverständlich und ablesbar einordnen, ohne das Vorhandene zu dominieren. Die Dachkonstruktion wurde denkmalgerecht rekonstruiert. Neue Nutzungen sind als ‘Haus im Haus‘ in den Gebäudebestand eingestellt. Das ursprüngliche Raumgefüge bleibt über die Wegeführung, freigestellte Feldsteinwände und Einblicke in den historischen Dachraum ablesbar, die neuen Nutzungen sind über Konstruktionsprinzip, Achsbezüge und Materialwahl – im direkten Wortsinn – eingebunden. Für zusätzliche Belichtungsöffnungen in den Außenwänden wurden liegende Formate gewählt, die sich vor den homogenen Feldsteinflächen als Nutzungsänderung erklären.

Der Gesamteindruck der Gebäude wird weiterhin bestimmt durch die großen ruhigen Dächer und das Bruchsteinmauerwerk der Fassaden. Detailausbildung und Materialverbindungen erfolgten in zurückhaltender klarer Linienführung über flächenbündige Anschlüsse und homogene Oberflächen im Kontrast zur Patina des historischen Materials.

Foto: A. Spitzner
Foto: A. Spitzner

Nominierung

BDA-Architekturpreis Nike 2010

Preisträger

HANNES-MEYER-PREIS 2009 – Anerkennung