Krüger Architekten

Preisträger BDA-Preis für Architektur und Städtebau im Saarland 2017

BDA-Preis Saar 2017: Denkmalgerechte Sanierung der Staatskanzlei des Saarlandes

Saarbrücken

Krüger Architekten
Projekt
Denkmalgerechte Sanierung der Staatskanzlei
Architekt
Krüger Architekten / Saarbrücken

BDA-Preis Saar 2017: Denkmalgerechte Sanierung der Staatskanzlei des Saarlandes

Es ist nicht selbstverständlich, dass historische Gebäude – zumal aus der jüngeren Baugeschichte – einen sensiblen Umgang erfahren, wenn sie sich im Besitz der öffentlichen Hand befinden. In diesem Fall muss ein Ensemble aus verschiedenen Bauwerken und verschiedenen Phasen der Geschichte hochrangigen Repräsentanz- und Verwaltungsaufgaben dienen, und entsprechend ist der „Leistungs- und Anpassungsdruck“ an heutige Standards umso stärker anzunehmen. Besteht dann ein großer Teil des Ensembles aus einer Architektur der 50er Jahre, die mit ihrer leichten, filigranen Architektur so gar nicht in unsere heutige Zeit der energetischen Optimierung zu passen scheint, so steigert sich das Risiko, dass den Gebäuden bei einer Renovierung und Ertüchtigung wenig Gutes erfährt.

Umso mehr ist es überaus lobens- und anerkennungswert, wie behutsam mit dem Bestand umgegangen worden ist. Ausdrücklich ist die Haltung zu würdigen, die gerade der jüngeren deutschen, saarländischen Geschichte ihren Respekt zollt, und zeigt, wie sie als bauliches Zeugnis der Nachkriegszeit ohne große Veränderungen weiterhin genutzt werden kann.

Betritt man das Gebäude, so ist die Atmosphäre der 50er Jahre sofort spürbar. Sie kann ihren Reiz der Licht durchfluteten Räume, der leicht wirkenden Architektur wunderbar entfalten. Die Materialien und Details der Bauzeit wurden beibehalten, aufgearbeitet oder nachgebaut, wo ein Erhalt nicht mehr möglich erschien. Die bauzeitliche Technik, zum Beispiel die der versenkbaren Verglasungen zum Innenhof, wurde instand gesetzt, wo nötig neue technische Einbauten behutsam und zurückhaltend eingepasst. Das Gebäude wirkt nicht museal, wohl aber wunderbar nutzbar. Der Umgang um den Innenhof ist großzügig und hell geblieben, der Innenhof selber hat seine Qualitäten als intimer wie auch feierlicher Ort bewahrt und verstärkt.

Die Staatskanzlei ist ein vorbildliches Beispiel für einen Umgang mit dem historischen Bestand, der die Qualitäten im Vorhandenen sucht und findet und sie bewahrt. Das Ergebnis ist überaus überzeugend. Hier zu arbeiten, eingeladen zu werden oder feiern zu dürfen muss eine große Freude sein.

Krüger Architekten
Krüger Architekten
BDA-Preis Saar 2017: Denkmalgerechte Sanierung der Staatskanzlei in Saarbrücken

Preisträger

BDA-Preis für Architektur und Städtebau im Saarland 2017

Es ist nicht selbstverständlich, dass historische Gebäude – zumal aus der jüngeren Baugeschichte – einen sensiblen Umgang erfahren, wenn sie sich im Besitz der öffentlichen Hand befinden. In diesem Fall muss ein Ensemble aus verschiedenen Bauwerken und verschiedenen Phasen der Geschichte hochrangigen Repräsentanz- und Verwaltungsaufgaben dienen, und entsprechend ist der „Leistungs- und Anpassungsdruck“ an heutige Standards umso stärker anzunehmen. Besteht dann ein großer Teil des Ensembles aus einer Architektur der 50er Jahre, die mit ihrer leichten, filigranen Architektur so gar nicht in unsere heutige Zeit der energetischen Optimierung zu passen scheint, so steigert sich das Risiko, dass den Gebäuden bei einer Renovierung und Ertüchtigung wenig Gutes erfährt.

Umso mehr ist es überaus lobens- und anerkennungswert, wie behutsam mit dem Bestand umgegangen worden ist. Ausdrücklich ist die Haltung zu würdigen, die gerade der jüngeren deutschen, saarländischen Geschichte ihren Respekt zollt, und zeigt, wie sie als bauliches Zeugnis der Nachkriegszeit ohne große Veränderungen weiterhin genutzt werden kann.

Betritt man das Gebäude, so ist die Atmosphäre der 50er Jahre sofort spürbar. Sie kann ihren Reiz der Licht durchfluteten Räume, der leicht wirkenden Architektur wunderbar entfalten. Die Materialien und Details der Bauzeit wurden beibehalten, aufgearbeitet oder nachgebaut, wo ein Erhalt nicht mehr möglich erschien. Die bauzeitliche Technik, zum Beispiel die der versenkbaren Verglasungen zum Innenhof, wurde instand gesetzt, wo nötig neue technische Einbauten behutsam und zurückhaltend eingepasst. Das Gebäude wirkt nicht museal, wohl aber wunderbar nutzbar. Der Umgang um den Innenhof ist großzügig und hell geblieben, der Innenhof selber hat seine Qualitäten als intimer wie auch feierlicher Ort bewahrt und verstärkt.

Die Staatskanzlei ist ein vorbildliches Beispiel für einen Umgang mit dem historischen Bestand, der die Qualitäten im Vorhandenen sucht und findet und sie bewahrt. Das Ergebnis ist überaus überzeugend. Hier zu arbeiten, eingeladen zu werden oder feiern zu dürfen muss eine große Freude sein.